Familienunternehmen tragen Risikopotential

Familienunternehmen sind in Österreich, Deutschland, Schweiz und zahlreichen anderen Ländern die tragenden Säulen der Wirtschaft und haben Erfolgsgeschichte geschrieben. Nicht nur Kleinbetriebe, sondern auch Große, wie z.B. Rauch, Hipp, Henkel, Miele, Merck werden noch immer als Familienunternehmen geführt. Manchmal mit familieneigenem, häufig (und das mag im Einzelfall gut sein) mit familienfremdem Management. So positiv Familien im Allgemeinen gesehen werden können, so viel zerstörerische Sprengkraft kann das System innehaben. Daher empfiehlt risma consulting, das "System Familie" in die unternehmerische Risikobetrachtung einzubeziehen.

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht werden die Unterschiede nicht allzu groß sein, im Gegenteil, familiäre Sparsamkeit, weniger Druck von außen, Kontinuität, Vertrauenswürdigkeit uvam. sorgen häufig für gute oder sogar bessere Positionen am Markt. "Eine Familie in Frieden ist das Beste, eine im Unfrieden ist das Schlimmste" sagte jemand der es wissen sollte.
Familienangehöre außerhalb der Führungsetage kritisieren gerne das Management.

 

Risikopotentiale:

Stimmrechte werden zur Blockade strategischer oder überlebensnotwendiger Entscheidungen benutzt um andere Familienmitglieder unter Druck zu setzen

  • Familienstreitigkeiten werden "öffentlichkeitswirksam" ausgetragen, ein Vertrauensschaden für das Unternehmen ist die Folge
  • Streitigkeiten unter Familienmitgliedern lassen sich nicht über liquide Mittel lösen, eine Realteilung des Unternehmens ist die Folge
  • Alte Familienmitglieder lassen nicht los und nehmen das Unternehmen "mit ins Grab"
  • Vollmachten für eine Interimsgeschäftsführung im Krankheitsfall sind nicht erteilt
  • Vermögensverfügungen (Erbschaften) sind nicht zufriedenstellend geregelt und tragen Sprengkraft in sich
  • Mangelnde exzellente Ausbildung von Söhnen und Töchtern
  • Besetzung von Führungspositionen mit Familienmitgliedern, obwohl dies bestenfalls die zweitbeste Lösung darstellt
  • Die Rechtsform ist nicht immer geeignet, im Zweifelsfall das Unternehmen zu schützen
  • Überraschender Anteilsverkauf eines Gesellschafters ( insb. aus finanziellen Motiven, wenn Ausschüttungen "nicht ausreichend sind")
  • Ehe(partner), Trennung, Scheidung
  • Potenzielle Nachfolger, Schwiegerkinder
  • Ungenügende testamentarische Verfügung, fehlende Stiftungsregelung
  • Steuerliche Themen, Verpflichtungen
  • Gewährte Gesellschafterdarlehen, die überraschend rückgefordert werden (müssen)
  • u.v.a.m.
     

Risikoanalyse:

Im Rahmen einer Risikoanalyse müssen analysiert und bewertet werden:

  • Unternehmer (Unternehmensführer)
  • Mögliche Nachfolger
  • Gesellschafter
  • Nächste Generation
     

Die diesbezüglichen 8 Risikofelder sind:

  • Partnerschaften, Ehe und Scheidung
  • Erben und Vererben (Vererbungsplan, finanzielle Aspekte, Änderung des letzten Willens, Pflichtteilsansprüche, ........)
  • Krankheit und Schicksal (Ausfall des Unternehmers, von Nachfolgern, .......)
  • Ausschüttung und Verkauf (reichen Ausschüttung zur Deckung finanzieller Bedürfnisse, Aufgriffsrechte, Liquidität dafür, ........)
  • Image und Wissen
  • Ausbildung und Erziehung (Nachfolgegenerationen)
  • Führung und Nachfolge
  • Regeln und Entscheidungsprozesse

 

Wer wird mit der Risikoanalyse beauftragt:

Das unternehmensinterne Riskmanagement scheint nicht die richtige Stelle zu sein. Zum Einen ist es nicht ratsam, die familiären Schwachstellen im Unternehmen gleichsam "zu veröffentlichen"; zum Anderen werden hier sehr intime Informationen (denken Sie an Erbabsichten) aus der/den Familien eingeholt. "Vor diesem Hintergrund bieten sich Beiräte oder Familienräte an, deren Aufgabe es unter anderem ist, gemeinsam mit dem Finanzchef oder dem kaufmännischen Leiter des Unternehmens die Risiken der Familie im Auge zu behalten. Ob mehr Familienfremde oder mehr Familienmitglieder in derartigen Gremien tätig sein sollten, ist pauschal nicht zu beantworten. Wichtig ist, dass seitens der Unternehmensfamilie Vertrauen und Offenheit gegenüber diesem Gremium herrschen. Andernfalls könnte die Bereitschaft schwinden, heikle Informationen preiszugeben." (Zitat: Ralph Wiechers und David Klett, Risknews 2006).

Wir empfehlen, uns diesen Analyseprozess führen bzw. nach modernen Methoden des Riskmanagements moderieren zu lassen.

Fazit (Zitat: Ralph Wiechers und David Klett, Risknews 2006):

Ein Blick auf die riskante Seite des Familienunternehmens eröffnet Abgründe, die jeden Risikomanager in Schwindel versetzen dürften.
Hier haben wir es nicht nur mit Risiken zu tun, die im Eintrittsfall unendlich destruktiv sein können. Sie abzuschätzen und abzuwägen erfordert den Blick in die intime Innenwelt einer Familie. Die Zeithorizonte, in denen hier vorgesorgt werden muss, sind immens. Trotz dieser Erschwernisse gelingt es vielen Familienunternehmen und ihren Unternehmensfamilien, mit viel Phantasie und Sorgfalt die Klippen zu umschiffen, auf die ein Unternehmen durch seine Familie treffen kann. Entscheidend ist dabei, dass die Suche nach Risiken und die Vorsorge gegen Schadenspotenziale fest im Unternehmen und in der Familie verankert sind. Das entstehende Wissen kann von Generation zu Generation weitergegeben werden. Nur so kommen langlebige Familienunternehmen zu dem wertvollen Erfahrungsschatz, von dem die noch jungen lernen können. Wir halten Familienunternehmen für den spannendsten und sympathischsten Unternehmenstyp. Ist er gut geführt und werden die Risiken seiner Unternehmensfamilie stets im Auge behalten, ist er unschlagbar. Dieser Schlussfolgerung schließen wir uns vollinhaltlich an!

Die erarbeitete Risiko-Analyse möglicher Schwachstellen dient dazu gegenzusteuern, in Ruhe die nötigen Beschlüsse herbei zu führen, Testamente zu überdenken und in die Zukunft gerichtete Maßnahmen vorzubereiten!

 

Wir beraten Sie gerne, kompetent, sachlich, vertraulich!

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